Aufeinander acht-geben

Sobald die erste Schneeflocke vom Himmel fällt fangen meine Augen an zu glänzen wie die eines Kindes vor dem Weihnachtsbaum, und mein Grinsen ist Marke Honigkuchenpferd. Ich genieße auch immer diese Stille, die der Schnee mit sich bringt. Es scheint, als ticken die Uhren langsamer.

Nach Feierabend, auf dem Weg nach Hause und ins Wochenende, hatte es so viel geschneit, dass die Straßen mit Schnee bedeckt waren. Der Räumdienst kam wohl nicht hinterher. Wo normalerweise der eine schneller und chaotischer fährt als der andere, war heute plötzlich ein ganz anderes Verhalten sichtbar:
Es war, wie wenn alle im gleichen Rhythmus fahren und auf einander acht geben, damit jeder gut nach Hause kommt. Jeder hat rechtzeitig gebremst, nach sich selbst UND den anderen geschaut. Und alles waren durch diese Achtsamkeit mit einander verbunden und alles war im Flow.

Ich fand es schön zu sehen, dass wir nicht ganz verlernt haben, auf einander zu schauen, Rücksicht zu nehmen und nicht nur für sich selbst ein Höher, Schneller und Weiter zu beanspruchen.
Typischerweise kann man diesen Zusammenhalt meistens dann beobachten, wenn in einer Gesellschaft außergewöhnliche Umstände herrschen. Dann halten die Menschen zusammen und geben auf sich selbst und auf die Mitmenschen acht.

In der heutigen Zeit gibt es in unserer Gesellschaft kaum noch solche Umstände. Und wir haben dieses Aufmerksam sein etwas verlernt. Es ist allerdings da, es schlummert in uns allen.

Wenn du die Berührung mit der inneren Stille verlierst, verlierst du den Kontakt mit dir selbst. Wenn du den Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich in der Welt.

Eckhart Tolle

Lass dich durch mein heutiges Erlebnis inspirieren und nehme diese Achtsamkeit ein Stück in deinen Alltag mit. Vielleicht hältst du am Montag einen Moment inne, und hältst deinem Kollegen die Türe auf oder lässt der Dame an der Kreuzung die Vorfahrt.
Und anstatt dich zu ärgern, dass du „wertvolle“ Sekunden verloren hast, stell dir vor, wie die anderen sich über deine Geste freuen, und lasse dir dadurch auch ein Lächeln auf dein Gesicht zaubern – oder wenigstens in dir drin 😉

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